
Mittlere Reife – was nun ? Neuer Ausbildungsweg im Maler- und Lackiererhandwerk mit exzellenten Karrierechancen: „Duale Berufsausbildung und Fachhochschulreife“ (DBFH)
Das bayerische Maler- und Lackiererhandwerk wird in den nächsten Jahren verstärkt qualifizierte Fachkräfte benötigen. Im Facharbeiterbereich, aber auch auf der mittleren Führungsebene brauchen wir Personal, das sich in der Branche auskennt.
“Der demographische Wandel, die damit wesentlich geringere Zahl potentieller Lehrlinge und das Ziel, qualifizierten Nachwuchs für unser immer komplexer werdendes Handwerk zu gewinnen, fordert von uns, neue Wege zu gehen und unseren Beruf auch für Bewerber mit mittlerem Bildungsabschluss attraktiver zu machen“, sagt Roland Brecheis, Landesinnungsmeister des Landesinnungsverbandes des Bayerischen Maler- und Lackiererhandwerks.
Deshalb unterstützt der Landesinnungsverband auch alle geeigneten Bewerber bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz.
DBFH ist ein neuer attraktiver Bildungsgang für leistungsfähige und leistungswillige Schüler mit mittlerem Schulabschluss, um in 3 Jahren den Berufsabschluss zum Maler und Lackierer und die Fachhochschulreife zu erwerben.
Die Idee
Die Ausbildung in diesem Bildungsgang bietet leistungsfähigen Schülern die Möglichkeit, in nur drei Jahren sowohl eine berufliche Erstausbildung als auch die Fachhochschulreife zu erwerben, so dass sie danach ein Studium an einer deutschen Fachhochschule aufnehmen können.
Im Vergleich zum sonst üblichen Bildungsgang: Besuch der Jahrgangsstufe 12 der Berufsoberschule (BOS) im Anschluss an eine berufliche Ausbildung und mittleren Bildungsabschluss (insgesamt 4 Jahre), werden auch hier alle üblichen Lerninhalte vermittelt. Dieser neue Bildungsgang im Dualen System der Berufsbildung berücksichtigt die Qualifikationsanforderungen sowie den Bedarf an leistungsstarken Mitarbeitern in einem anspruchsvollen modernen Ausbildungsberuf Maler und Lackierer.
Durch die verstärkte Verzahnung von Wissen, Fertigkeiten und Kenntnissen kann so das große Potential des betrieblichen Erfahrungslernens besser genutzt werden. Anhand der im technologischen Unterricht zu bearbeitenden Lerngegenstände werden den Schülerinnen und Schülern z.B. die Grundlagen der Physik, Chemie, Mathematik, sowie des Deutsch-, Religions- und Englischunterrichts anschaulich und anwendungsbezogen vermittelt.

Zugangsvorrausetzung und Ablauf der Ausbildung (DBFH)
Es gibt keine lerninhaltlichen Reduzierungen gegenüber den üblichen Inhalten und Zielen der getrennten Ausbildungsgänge.
Zugangsvoraussetzung ist ein mittlerer Bildungsabschluss (z.B. Realschulabschluss, mittlere Reife des Gymnasiums o.ä.), mit mindestens dem Notendurchschnitt 3,5 in den Fächern Mathematik, Deutsch, Englisch oder Schüler des M-Zweiges der Hauptschule mit mittlerem Bildungsabschluss sowie ein Ausbildungsvertrag für den Ausbildungsberuf Maler und Lackierer, Fachrichtung Gestaltung und Instandhaltung.
Die Schüler sind auf ihrem Ausbildungsweg im 1. Lehrjahr 18 Wochen und im 2. Lehrjahr 15 Wochen statt 9 Wochen in der Schule. Im 3.Lehrjahr erhalten die Auszubildenden im ersten Halbjahr 9 Wochen lang Blockbeschulung in der Berufsschule in München.
Die Schüler legen nach 2,5 Jahren die Gesellenprüfung ab. Mit Bestehen der Gesellenprüfung ist der Ausbildungsvertrag beendet und die berufliche Erstausbildung abgeschlossen. Im Anschluss besuchen die Schüler ein halbes Jahr im Vollzeitunterricht die Fachoberschule (FOS) in München und beenden diese mit der Fachhochschulreife.
Während dieser Zeit besteht evt. ein Anspruch auf BaföG, die Fachhochschulreife wird damit am Ende des 3. Ausbildungsjahres erworben.
Beide Prüfungen sind Regelprüfungen. Für Berufsausbildung und FH-Reife benötigen die Schüler insgesamt 3 Jahre.
Die Vorteile
- Die Betriebe erhalten Mitarbeiter mit einem erhöhten Maß an allgemeinbildender und sprachlicher Fachkompetenz
- Für die Schüler ergeben sich neue berufliche Perspektiven
- Die Schüler erhalten bei verkürzter Schulzeit eine Doppelqualifizierung
- Das Modell ist eine Erweiterung des Ausbildungsangebotes und bedeutet eine Aufwertung und Steigerung der Attraktivität der Berufsausbildung
- Wer aus anderen Teilen Bayerns kommt, kann über Zuschüsse so gut wie -kostenneutral in geeigneten Wohnheimen (z.B. Salesianum) untergebracht werden. Verpflegungs- und Fahrtkostenzuschüsse gibt es ebenfalls.
Die neue Fachklasse zur Doppelqualifizierung kann nur dann zustande kommen, wenn sich genügend Bewerber finden. Der neue Ausbildungsweg öffnet Schülern mit mittlerer Reife viele Türen. Den Absolventen der neuen Fachklasse werden hervorragende Beschäftigungsmöglichkeiten im Handwerk, in der Industrie und im Dienstleistungssektor vorhergesagt. Auch ein Studium der Wirtschaftswissenschaften oder ein technischer Studiengang kann sich an das Fachabitur anschließen.
Darum:
Bilden auch Sie aus, bemühen Sie sich um Werbung für qualifizierten Berufsnachwuchs.
Interessenten für das Schuljahr 2010/2011 wenden sich bitte ab sofort an den Landesinnungsverband
Tel: 089 6008 766 – 30
Email: info@maler-lackierer-bayern.de